14. September 2006

Tempelprojekt: Das von den Flutwellen mitgerisseneäußere Gebäude, das Dach sowie die Innendecke sind fertig.

Berichte über die erneut aufgeflammten Unruhen auf Sri Lanka haben viele Bürger, welche die Flutopferhilfe von Rajah Wirasekara (Heeßen) mit Geldspenden unterstützen, verunsichert.

WiederaufbauAllerdings: "Die Unruhen finden in den Hochburgen der für einen separaten Staat kämpfenden ,Tamil Tiger' im Norden und Nordosten der Insel statt", so der Vorsitzende des Fördervereins "Sahana". Und ergänzt: "Daher sind wir sehr glücklich darüber, dass wir Kosgoda als Adresse für unsere Hilfe ausgewählt haben, sodass unsere Projekte ungehindert weiterlaufen - wenn auch wegen Finanz-Engpässen im Schneckentempo."

Wie berichtet, hatte Wirasekara Anfang März 2005 die Insel bereist, um einen Eindruck von der am 26. Dezember 2004 erfolgten Zerstörung zu bekommen und zu erkunden, wie und wo der Förderverein am besten Hilfe leisten kann. Aus mehreren Projekten war damals Kosgoda, 120 Kilometer südlich der Hauptstadt Colombo, ausgewählt worden:

  • Kosgoda gehörte zum Distrikt Galle, der mit 128 077 Menschen die meisten Flutopfer beklagte;

  • Der Zugang ist gefahrlos und leicht möglich. Insbesondere wurde darauf geachtet, dass die Gemeinde kein potenzieller Unruheherd ist;

  • Dort gab es nur unzureichende Hilfsmaßnahmen;

  • Da das Gebiet touristisch unbedeutend ist, lief kein langfristiger Wiederaufbau.

Als der Heeßer im März 2006 erneut in Sri Lanka war, um die fertigen Häuser zu überprüfen, bevor die letzte Rate bezahlt wurde, stellte sich die Lage so dar:

Von den 200 000 Flutopfern leben noch immer mehrere Tausend in Notlagern und auf Zeltplätzen. Wirasekara hat drei weitere Familien gefunden, für die eine Bleibe geschaffen werden soll. So wohnt in einer Lehmhütte zurzeit eine vierköpfige Familie. Die Hütte wurde ursprünglich von der Mutter bewohnt. Sie hat sie der hilfsbedürftigen Tochter überlassen und ist zu ihrem Sohn gezogen. Mit dem Geld von Verwandten und Freunden fingen die Tochter und der Schwiegersohn an, ein kleines Haus zu bauen. Das Geld reichte jedoch nicht, um die wegen der immensen Nachfrage um 50 Prozent gestiegenen Kosten für Baumaterial und Arbeit zu bezahlen. Der Heeßer: "Sie können das Haus nicht mehr fertig stellen und leben weiter in der Lehmhütte. Wir wollen das Haus unter Einbeziehung von Eigenleistung noch in diesem Jahr fertig stellen."

In einer freiwilligen Sonntagsschule für Ethik und Religion, die von 200 Schülern besucht wird, stellt die zerstörte Toilette für Mädchen eine unangenehme Situation dar; die meisten blieben deshalb fern. Wirasekara: "Wir haben im Juli 2006, wie dort üblich, eine Hocktoilette für die Mädchen, ein Urinal für die Jungen sowie eingemeinsames Handwaschbecken errichten lassen."

Dank der bisherigen Spenden sind das von den Flutwellen mitgerisseneäußere Gebäude, das komplette Dach sowie die Innendecke bereits fertig. Als nächste Schritte sind das Fertigstellen des Estrichs und das Verputzen der Wände geplant.

"Die Ziele, die wir uns Anfang des Jahres gesetzt haben, um Kosgoda nachhaltig zu unterstützen, gelten noch", so der Sahana-Vorsitzende. Von den Finanzen abhängig, ist geplant:

  • Integrationshilfe für die "neuen" Hausbesitzer-Familien durch die Gemeinde;

  • Englisch- und EDV-Unterricht zur Verbesserung der Beschäftigungschancen und der Verdienstmöglichkeiten für die Dorfjugend durch Studenten;

  • Unterstützung der Frauen, insbesondere der durch den Tsunami Verwitweten, beim Aufbau einer Existenz durch Nähkurse;

  • Unterstützung des Kreiskrankenhauses mit Verbrauchsmaterial;

  • Kontaktpflege zu den Gemeindevertretern;

  • Zwei weiteren Familien, die noch in Notlagern leben, eine Bleibe schaffen;

  • Die Fortsetzung des Wiederaufbaus beim Tempelprojekt.

Übrigens: Der Förderverein hat jetzt auch eine Homepage im Internet: www.sahana-verein.de

Geldspenden: "Sahana"-Flutopferhilfe: "Gemeindeentwicklung", Konto-Nr. 296 9798 00, Deutsche Bank, BLZ 490 700 28; "Sahana"-Flutopferhilfe: "Tempelprojekt", Konto-Nr. 296 9798 01, Deutsche Bank, BLZ 490 700 28.

 Zum Zeitungsartikel - Kosgoda darf weiter auf Hilfe aus Heeßen zählen - Schaumburg-Lippische Landeszeitung; 14.09.2006

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